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History meets Future - neue Wege über Stuttgarts Dächer

Moderne Architektur in einem gewachsenen historischen Umfeld stellt eine ganz besondere Herausforderung dar. Gemeinsam mit dem Architekturbüro Danner zeigen wir neue Wege durch Stuttgarts traditionell geprägte Dachlandschaft.

Das fünfgeschossige Wohn- und Geschäftsgebäude wurde um die Jahrhundertwende auf dem Eckgrundstück Immenhoferstraße / Liststraße errichtet. Die straßenseitigen Fassaden wurden im ornamentreichen Stil der Zeit in Sandstein und hellem Ziegelmauerwerk ausgeführt. Während des zweiten Weltkriegs wurde das Dach des Hauses so stark beschädigt, dass ein Wiederaufbau in der ursprünglichen Form wirtschaftlich nicht durchführbar gewesen ist. Die ursprüngliche Dachform wurde durch ein flach geneigtes Notdach mit Blecheindeckung ersetzt.
Nach nunmehr sechzig Jahren befindet sich das Dach des Hauses wieder in einem sanierungswürdigen Zustand. Diese Gelegenheit soll genutzt werden um auf dem Gebäude wieder ein funktionierendes und vor allem auch nutzbares Dach zu errichten.

Nutzung des neu zu errichtenden Daches:
Zwei eigengenutzte Maisonettewohnungen mit je ca. 90m² Wohnfläche

Gestalterisches Ziel:
Die zentrumsnahe Lage des sog. Lehenviertels setzt sich zu großen Teilen aus einer gewachsenen Jahrhundertwendebebauung zusammen, die ein im Wesentlichen harmonisches Stadtbild vermittelt.
In Linienführung und Dimensionierung soll dieser Einklang fortgeführt werden, mit den technischen und gestalterischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts. Die klassische Architektur der Vergangenheit soll eine spannungsreiche und ehrliche Verbindung mit dem Heute eingehen.

Aus einer mehrfach gekrümmten Schale, die als Metapher für Heim und Schutz aus der Natur entlehnt ist, wird gleichsam Kontur und Innenraum gebildet. Zwischen den Flächen der Schale entsteht auf natürliche Weise ein klar gegliederter Raum.

Materialität und Linienführung
Die Hauptlinien des neuen Dachaufbaus setzten in ihrer horizontalen Gliederung die Höhenlinien (Traufhöhen) der umliegenden Gebäude fort. Mit einer Dachneigung von max. 50 Grad fügen sich die Flächen unaufdringlicher Eigenständigkeit in ihr städtebauliches Umfeld ein.
Um den dachartigen Charakter des Neuaufbaus nicht zu verlieren bleiben die addierten Längen der Dacheinschnitte auf der Hauptansichtsseite des Gebäudes unter 50% der Gebäudelänge.
Verstärkt wird dieser Eindruck über die Schrägstellung der Umfassungsgeländer.
Rückseitig sucht die Gaube den Kompromiss aus Schräge und Graden. Die durchlaufende Gaube stellt den zweiten Rettungsweg aus dem zweiten Dachgeschoss sicher. Mit der Vertikalen Fläche der Gaube gelingt in der Seitenansicht (Liststraße) die Integration des Dachaufbaus des Gebäudes Liststraße 3/5 in die gewachsene Dachlandschaft des Viertels.
Im Schattenriss fügt sich die Form des neuen Dachaufbaus vollkommen in das überwiegend historische Umfeld ein. Bei Tageslicht jedoch oder bei eingeschalteter Innenbeleuchtung offenbart das Objekt seine Herkunft. Großflächige Verglasungen spiegeln das Panorama der Umgebung, lässt der Geschichte den Vortritt ohne dabei selber an Präsenz zu verlieren.

Wir beraten
Sie gerne:

0711-67 44 183

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